Einfach zum Nachlesen - Predigt vom Sonntag, 11.10.2026
Die Predigt unseres Wortgottesdienst-Leiters Gerald Lapanje vom Sonntag, 11.Oktober 2026, einfach zum Nachlesen:
Liebe Schwestern und Brüder
“Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ denn dann – so hoffen die Pazifisten und alle friedliebenden Menschen – fällt der Krieg aus.
Anders ist es mit der Hochzeit des Königs, von der Jesus im heutigen Gleichnis spricht.
Fast jeder von uns hat sicherlich schon einmal ein Fest ausgerichtet und weiß wie viel da vorzubereiten ist. Zeitpunkt, Örtlichkeit, Essen und Getränke und viele Punkte mehr müssen überlegt und vorbereitet werden. Und ganz wichtig – Wen lädt man ein? Natürlich hofft man, dass alle kommen können und ist sicher auch enttäuscht, wenn einige Absagen kommen. Aber die meisten Feste fanden statt.
Wenn die man die heutigen Schriftlesungen hört könnte man sie unter den Titel „Große Einladung und viele Ausreden“ stellen.
Es ist verstörend, was wir da hören. Einerseits ein liebender, freigiebiger Vater mit viel Geduld, aber auch mit tödlichem Zorn. Es ist schwer das eben gehörte Wort Gottes als „Frohe Botschaft“ wahrzunehmen. Solche Geschichten mit teils brutalen Inhalten kennt man von Sagen und Märchen, die man heutzutage gar nicht mehr Kindern erzählen darf, weil sie angeblich das sensible Gemüt belasten.
Aber zurück zum Evangelium!
Sind da nicht viele Aussagen mit Gewalt und sogar Tötungen? Einerseits sind es die Eingeladenen, die scheinbar darüber so erzürnt sind und die ausgesandten Diener umbringen. Andererseits der Bräutigamvater, der gut nachvollziehbar als Antwort seine - heute würden wir sagen „Schlägertruppe“ schickt, töten, und alles in Schutt und Asche legen lässt.
Und ist da nicht der Gast, der das für ihn vorbereitet Hochzeitsgewand – ich habe wieder nachgeforscht - damals wurd jedem Gast auch die Kleider für das Fest gestellt - der also dieses Gewand nicht angezogen hat und daher gefesselt in die äußerste Finsternis geworfen wird.
Heute wundert man sich nur wie Menschen oft im, für den Anlass, unpassenden Outfit auftreten. Was noch vor einigen Jahren als NoGo gegolten hat ist heutzutage fast en vogue.
Wir hören im Mathäus-Evangelium von ziemlich heftigen Repressalien. Mich erinnern diese Szenarien an den Jüngsten Tag – die Aufteilung in Himmel und Hölle und ein Bild taucht vor meinen Augen auf – die deftigen Darstellungen am Isenheimer Altar. (zu sehen in Colmar im Museum Unterlinden) Mathias Grünewald hat in einem Teil des Flügelaltares die Hölle, die Todsünden, ziemlich plastisch und in nahegehender Furchtbarkeit dargestellt – Dort herrscht Heulen und Zähneknirschen, heißt es in der heutigen Bibelstelle – Als Gegenpol sieht man auf einem anderen Flügelblatt die Auferstehung von Jesus farbenfroh und harmonisch.
Beim Lesen kamen mir noch andere Gedanken: Welch ein undankbares Pack, es gibt alles umsonst, wie wir hören ist das Vieh schon geschlachtet und Wein und anderes vorbereitet, aber jeder hat eine gute und vermeintlich wichtige Ausrede nicht hingehen zu können. Statt sich geehrt zu fühlen von so einem hohen Herrn, einem König, zu einem wichtigen Ereignis, heute würden die Seitenblicke darüber berichten, eingeladen zu sein, sagen alle ab.
Alle sagen ab , und jetzt kommt das Überraschende – das Fest findet statt – nein, nicht im kleinen Rahmen, sondern alle draußen von der Straße , alle die greifbar waren, Arme, Kranke, Bettler, (Gut und Böse) wurden zum Fest geladen. Und so kann das Fest beginnen ein Gelage mit den feinsten Speisen und Wein.
Was möchte uns dieses Gleichnis sagen:
Wir sind eingeladen teilzuhaben am großen Fest. Nicht erst im Jenseits – Nein schon heute – wir feiern Sonntag für Sonntag und hören Gottes Wort und empfangen seinen Leib. Nicht nur die „sog. Promis und Reiche“ sind eingeladen. Nein, wir alle. Und haben wir denn nicht auch immer wieder ausreden, und viele Dinge erscheinen wichtiger?
Wir alle zusammen sind aufgerufen zusammen zu feiern, zu teilen und niemanden allein zu lassen. Wir dürfen das Festkleid, welches wir bei der Taufe empfangen haben anlegen und uns die Hände reichen. Wir getauften und gefirmten Christen sind es, jeder einzelne von uns, und wir zusammen, auf die es ankommt.
Gerade jetzt, wo wir im Seelsorgeraum sind, wo immer weniger Priester uns begleiten können, ist es wichtig unsere Talente als Christen, als Menschen zu aktivieren. Es gibt viele Möglichkeiten sich im Kleinen und Großen einzubringen.
Nächstes Jahr wird wieder ein neuer Pfarrgemeinderat gewählt. Kirche und unsere Mitmenschen brauchen uns – unsere Ideen und Taten.
Du bist eingeladen – das ist die frohe Botschaft des heutigen Sonntags. Die Einladung steht, was fehlt ist meine Rückantwort.